Warum kleine Größen-Labels den Konsum steigern
Der Standard: Wer Nahrungsmittel in verschiedenen Größen anbietet, nutzt meist logische und scheinbar passende Kategorien: "Small", "Medium" und "Large".
Das Risiko: Das Label "Large" oder "XXL", aktiviert beim Kunden ein psychologisches Stoppschild: sein Gesundheits- oder Kaloriengewissen. Es suggeriert: "Das ist ungesund und eigentlich zu viel für dich!" Also nimmt der Kunde doch lieber die kleinere Variante.
Die Lösung: Wenn du ein großes Produkt einfach mit einem "kleineren" Label versiehst, glaubt das Gehirn dem Label mehr als den eigenen Augen. Das schlechte Gewissen wird abgeschaltet und der Kunde kauft eher die große Variante.
Wie diese "Schuldfreie-Völlerei" funktioniert, warum er nur in eine Richtung klappt und bei wem er komplett verpufft, zeige ich dir jetzt.
Der Beweis: Nüsse und Manager
Aydinoğlu und Krishna (2011) haben in fünf Studien getestet, was passiert, wenn man die tatsächliche Größe eines Produkts und das dazugehörige Label entkoppelt.
In Studie 2 gaben die Forscher den Probanden eine Packung mit exakt 60 Gramm Nüssen.
Die eine Hälfte der Probanden bekam die Packung mit dem Label "Medium", die andere Hälfte bekam die exakt gleiche Packung mit dem Label "Small".
Das Ergebnis:
Die Probanden mit der "Small"-Packung aßen im Schnitt 40,10 Gramm Nüsse.
Die Probanden mit der "Medium"-Packung aßen aus der gleichen Menge nur 29,87 Gramm. Allein das kleinere Wort auf der Packung steigerte den Konsum um über 34 %.