Der Standard: Wenn die Marge eng ist, geben Händler oft kleine Rabatte – z. B. 5 % oder 10 %. Das Ziel: Ein Kaufanreiz, ohne den Gewinn zu ruinieren.
Das Risiko: Solche Mini-Rabatte wirken auf Kunden oft irrelevant oder sogar geizig ("Peanuts").
Sie lösen keinen Kaufimpuls aus, kosten dich aber trotzdem Marge. Der Kunde nimmt den Rabatt mit, hätte aber vielleicht auch zum Vollpreis gekauft.
Die Lösung: Bei kleinen Beträgen schaltet das Kundenhirn um. Statt einer sicheren, aber langweiligen Ersparnis bevorzugen wir plötzlich das Risiko.
Marketer stehen oft vor einer Sackgasse: Die Marge erlaubt nur winzige Rabatte von 3 % oder 5 %.
Du weißt genau, dass diese „Peanuts“ niemanden hinter dem Ofen hervorlocken, aber das Budget für attraktive 20 % fehlt schlichtweg.
Du gibst also Geld für Rabatte aus, die den Umsatz kaum bewegen, weil du keine Alternative siehst.
Der Beweis:
Celia Gaertig (UC Berkeley) und Joseph Simmons (Wharton) führten fünf Studien mit fast 9.000 Teilnehmern durch.
Sie untersuchten, wann Kunden den „Spatz in der Hand“ (sicherer Rabatt) und wann die „Taube auf dem Dach“ (Gewinnchance) wählen.
Die Ergebnisse:
Der „Peanuts-Effekt“: Kunden entscheiden rationaler, solange es um relevante Beträge geht. Sobald der sichere Rabatt aber als trivial („Peanuts“) empfunden wird, werden wir risikofreudig.
- Szenario A (Kleine Beträge): Kunden buchten ein Hotelzimmer für 48 $ und hatten die Wahl zwischen zwei mathematisch fast identischen Angeboten:
- Sicherer Rabatt: 1 % Nachlass (Du sparst garantiert $0,48).
- Unsichere Chance: 1 % Gewinnchance (Du zahlst mit Glück $0,00).