Der Standard: Produktfotos und Videos sind meist clean. Das Produkt steht im Fokus, oft freigestellt vor weißem Hintergrund oder elegant drapiert.
Das Risiko: Ein steriles Produktfoto spricht nur die Augen an, aber nicht den Besitzinstinkt. Das Gehirn bleibt distanziert.
Neue Daten zeigen: Wenn der Kunde nicht fühlt, wie es ist, das Produkt zu halten, sinkt seine Zahlungsbereitschaft dramatisch.
Die Lösung: Es gibt einen visuellen Trick, der im Gehirn des Betrachters sofort das Gefühl von „Meins!“ auslöst.
Dieser „Haptik-Effekt“ ist so mächtig, dass er in Tests die Zahlungsbereitschaft um über 30 % steigerte.
E-Commerce hat ein fundamentales Problem: Man kann nichts anfassen.
Haptik ist aber der wichtigste Kanal für Besitzgefühle.
Wenn wir etwas in der Hand halten, steigt der sogenannte „Endowment-Effekt“: Wir bewerten Dinge höher, die uns „gehören“ (oder sich so anfühlen).
Fehlt der Touch, fehlt dieses Wertgefühl.
Der Beweis: Der „Vicarious Haptic Effect“
Forscher der University of Iowa und Wisconsin-Madison haben 2022 in einer massiven Studienreihe (15 Experimente!) untersucht, ob man Berührung digital simulieren kann.
Sie verglichen Bilder/Videos von Produkten (z.B. Pullover, Tassen):
- Ohne Hand: Das Produkt liegt einfach da.
- Mit Hand (Touch): Eine Hand (aus der Ich-Perspektive) berührt das Produkt.
Die Ergebnisse sind beeindruckend: